Freitag, 17. Februar 2017

Hellwach





Das Buch "Hellwach" von Hilary T. Smith ist 368 Seiten lang und beim Fischerverlag erschienen.

Das Jugendbuch sticht bereits durch das auffällige Cover ins Auge, welches absolut zum Buchinhalt passt. Das Softcover hat eine mittelgute Qualität mit einem biegsamen Umschlag, der nicht so anfällig für Leserillen ist, was mir sehr entgegen kommt. Die Leseseiten sind schön dick.

Kiris Leben kommt ihr perfekt und steril vor. Das Haus, die Blumen, ihre Eltern, alles ist oberflächlich und liegt wie eine Maske über den Tod ihrer Schwester, worüber alle schweigen. Dabei ist das Leben doch das absolute Chaos und von innen beleuchtet ist Kiri plötzlich hellwach, will das Universum verstehen und ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen, dem Ruf der Freiheit folgen und etwas Wunderschönes entdecken, bevor die geöffnete Tür sich wieder für immer schließt. Auf ihrem Weg hat sich Kiri verliebt und obwohl es nicht der Junge ist den sie eigentlich lieben wollte, tanzt sie die Straße hinab und saust mit ihrem Fahrrad mitten in der Nacht durch die Stadt!

Zitat: Große Kunst erfordert große Disziplin!

Diese Disziplin hatte die Autorin mit Sicherheit beim Schreiben, deren Geschichte so außergewöhnlich anmutet wie ihre eigene Biographie. "Hellwach" ist eins meiner absoluten Favoriten und Lieblingsbücher, denn es ist ein Kunstwerk der Worte in sich. Wir stecken in den Gedanken und Gefühlen von Kiri, die voller Trauer eine bittere Wahrheit entdeckt, alle Regeln und Ängste sprengt, sich über Grenzen hinwegsetzt, auch Drogen nimmt und von der Depression in eine Manie mit psychotischen Zügen gleitet. Ohne die psychischen Krankheiten explizit zu nennen, wird zudem ein Protagonist mit paranoider Schizophrenie thematisiert und ein schwer kranker Alkoholiker und obwohl wir die Krankheiten als Leser vielleicht nicht sofort erkennen, weil sie namentlich auch nicht benannt werden, so stecken wir doch mitten drin in den Gefühlen und Gedanken, die absolut authentisch beschrieben sind. In Kiri fühle ich mich als Betroffene absolut gespiegelt. Noch nie hat es ein Buch geschafft alle Gedanken, Handlungen und Emotionen ohne Wertung nur durch Szenen und Wortkunst mich selbst im Sein ganz nah auf den Punkt zu bringen und somit Menschen die nicht psychisch krank sind einen Einblick und Verständnis in eine völlig andere Welt zu geben. Die Erfahrung durch Kiris Augen zu blicken und sich in ihr zu verlieren, kann ich Jedem empfehlen ob Betroffener, Angehöriger oder neugieriger Leser. Obwohl das Jugendbuch tatsächlich auch eine Story im heranreifenden Alter, mit den ersten Liebeserfahrungen, Träume, Liebe und Enttäuschung beinhaltet, so geht es doch noch viel tiefer, teilweise werden die Sätze sogar poetisch und regen stark zum Nachdenken an. Verpackt ist das Ganze in Kunst, Musik und dem beruhigenden Rauschen von Radios. "Hellwach" hat mich von der ersten Sekunde an gefesselt und blieb spannend bis zum Schluss. Das Buch hab ich regelrecht verschlungen. Ein wenig erinnert es mich an den Film "Das weiße Rauschen" welcher auch sehr künstlerisch und auf seine Weise sehr tiefgehend und großartig ist. "Hellwach" ist ein absolut individuelles, außergewöhnliches Werk, welches absolut aus der Masse heraussticht. Vermutlich wird nicht jeder die Tiefe des Buches, die Szenen und die Worte verstehen können, aber es lohnt sich dennoch zu lesen und reflektieren.

Fazit:  Story über Trauer, Drogen, Depression, Manie,  paranoide Schizophrenie, verpackt in Musik, Kunst und das beruhigende Rauschen von Radios. Ein außergewöhnliches, künstlerisches Werk mit poetischen, tiefgehenden Sätzen und Szenen aus der Sicht eines psychisch kranken Mädchens. Eins meiner absoluten Favoriten! Unbedingt lesen!


Mittwoch, 15. Februar 2017

IZombie




Der Comic "IZombie Bd. 1" von Chris Roberson ist 144 Seiten lang und aus dem Hause Panini.


Der Comic kommt in einer mittelguten Softcoverqualität mit schönen dicken, glänzenden Leseseiten. Das Format hat eine angenehme Größe. Die Illustrationen sind alle in Farbe und bestechen mit einem absolut genialen Pop-Art-Stil. Ich empfand den Zeichenstil als eine Mischung zwischen Retrocomic und Neuzeit gepaart mit dem Flair der 80er und ich find's absolut genial. Schöne bunte, herausstechende Farben und klare Konturen.



Gwen Dylan ist ein Zombie und sie brauch jeden Monat ihre Portion Gehirn, damit sie nicht zum Retrozombie mutiert und völlig abdreht. Nur so hat sie ein normales Bewusstsein und kann sich kontrollieren. Um an Gehirne zu kommen, arbeitet sie auf dem Friedhof und buddelt sich einfach ihr Mittagessen aus. Ansonsten führt Gwen ein normales Leben obwohl ihre Freunde auch nicht gerade Standart sind. Da gibt es Ellie, die ein Geist ist, und Scott, ein Werterrier, der aber mit seinem Hipsterbart und einem großen Kapuzenpulli an Vollmond gar nicht mal so auffällt. Gwen hat aber ein Problem, denn sie nimmt mit den Gehirnen der Toten auch ihre Gedanken und Erinnerungen auf und bekommt manchmal sogar Visionen aus derer  Leben. Die letzte Hirnnahrung scheint von einem Opfer zu stammen, welches getötet wurde. Gwen lassen die Bilder und Gedanken nicht los und sie versucht den Mord aufzuklären.



Dieser Comic diente als Vorlage zur Serie IZombie, welche Parallelen aufweist, aber dennoch ganz anders von der Handlung her ist. Der Comic ist jedoch auf keinen Fall als schlechter oder besser zu betrachten, nur geht er in eine etwas andere Richtung und spielt in einem anderen Umfeld. Die Illustrationen sind einfach großartig. Visuell macht der Comic allein schon richtig was her und die Story kann sich auch sehen lassen. Die Handlung ist schräg, fantasievoll, spannend, total verrückt, mit einer Prise schwarzem Humor und Horror sowie Psychoelementen.


Fazit: Großartige Pop-Art-Illustrationen und eine außergewöhnliche, schräge, spannende Story mit einer Prise schwarzem Humor, Horror und Psychoelementen. Eine außerordentliche Empfehlung von mir!


Hinweis: Dieser Comic diente als Vorlage zur TV-Serie IZombie 


Alice Follow the White





Das Buch "Alice-Follow the White" von Stephanie Kempin ist in Epub-Format 285 Seiten lang und beim Papierverziererverlag erschienen.


Das Buch erscheint in einer Printausgabe, sowie als Ebook. Das Cover ist bereits ein großartiger Eyecatcher und fängt den Inhalt des Buches perfekt ein. Die Ebookausgabe ist übersichtlich gegliedert und in einem ansprechenden Format.

Das Märchen beginnt mit Bettys Tot und ihrer Beerdigung, auf der ihre Mitschülerin Zoey auftaucht und einfach so eine Ladung Munition in ihren Sarg ballert. Kurze Zeit später erwacht Betty und sucht ihre postmortale Mörderin. Bettys Zorn und ihren Hunger bekommt Zoey sogleich zu spüren, aber nur einen Augenblick, denn dann ist auch Zoey tot, für immer. Bettys Freundinnen finden die Untote und eigentlich müssten sie das Mädchen gleich verpfeifen, aber für was hat man schon beste Freundinnen? Chloe und Alice fliehen mit Betty und obwohl Alice ihre Kräfte nicht mehr einsetzten wollte, bleibt ihr nun nichts anders übrig als die Spiegelsicht zu nutzen. Prompt taucht ein weißes, mürrisches Kaninchen mit Armbrust auf und führt die Mädchen in eine andere Welt zwischen die Märchen. Ein rasantes, schräges Abenteuer beginnt!



Die Geschichte selbst ist wie ein Märchen konstruiert, in dem auch viele Parallelen zu alten Märchen unserer Kindheit gezogen werden. Dennoch ist die Story absolut eigenständig mit verrückten Ländern und Protagonisten, mit viel Magie, einer Seuche und jeder Menge Blut und Untoter. Dabei wechselt der Leser seine Sicht immer zwischen Bettys Tagebucheinträgen und Alice. Die Geschichte ist spannend, mit viel schwarzem Humor und absolut skurril, crazy und außergewöhnlich. Sehr selten findet man in die Richtung gehend, ähnliche Werke. Stephanie Kempen ist es gelungen mit Worten eine total verdrehte Geschichte zu kreieren, die man durchaus als Kunstwerk bezeichnen kann. Einige tiefgehende Zitate, die in künstlerischen, fast schon poetischen Sätzen widergegeben wurden, musste ich auch gleich in mein Zitatenbuch übernehmen. Hier kommt ein Beispiel:



Zitat: "Liebe Alice, dass ist manchmal der ganze Sinn und Zweck des Suchens. Etwas zu finden. Wenn du dir vorher zu genau überlegst, was du finden willst, dann übersiehst du sehr wahrscheinlich alles andere. Dann gehst du am Ende vielleicht mit dem nach Hause, was du finden wolltest- und lässt tausend andere Dinge unterwegs liegen, die du gebraucht hättest, weil du in deinem engen Kopf beschlossen hast, dass du diese Dinge nicht suchst. Verstehst du?"
 


Fazit: Die absolut schräge, verdrehte Geschichte mit Parallelen zu unseren alten Kindermärchen, ist durchzogen von Blut, schwarzem Humor, verrückten Ländern und Personen, Magie und Untoter. Ein außergewöhnliches, individuelles Buch, welches man durchaus als Kunstwerk bezeichnen kann und welches eine überraschende Tiefe besitzt. Skurril, individuell, crazy, großartig! Unbedingt Lesen!


Dienstag, 14. Februar 2017

Krzschrk




Das Buch "Krzschrk" von Marcus Schneider ist 216 Seiten lang und als self puplishing Buch erschienen.

Das Softcoverbuch hat eine dürftige Qualität, wie man es von self puplishing Bücher kennt. Die Leseseiten sind aber recht dick und in Ordnung.

Am 05.02.18 landet ein Raumschiff mit außerirdischen Flüchtlingen in Bayern München. Charly ist ein normales Menschenmädchen und ihr gehen die Flüchtlinge ziemlich auf die Nerven. Besonders diese Sarah die nebenan eingezogen ist. Dann wurde von ihrer Familie auch noch das Haus besprüht mit irgendwelchen außerirdischen Schriftzeichen. Ist das alle nur ein Zufall oder was hat Charlys Familie für eine Verbindung zu den außerirdischen Flüchtlingen? Die Mädchen raufen sich zusammen und ein Abenteuer beginnt welches eine historische Brücke von den Kreuzrittern bis in die Neuzeit schlägt.

Erwartet habe ich eine lustige Geschichte, da wurde ich leider enttäuscht. Denn das Buch hat überhaupt keinen Witz. Es ist ein ernstes Buch, welches das wichtige, kritische Thema Flüchtlinge und die Vorurteile und Ausgrenzungen auffängt. Das Thema ist aber leider alles, was mir an dem Buch gefällt. Der Schreibstil ist trocken, teilweise zäh und es kommen immer wieder englische nicht geläufige Worte, wie auch Fremdworte in dem Kinderbuch ab 10 Jahren vor, welche auch nicht erklärt werden und mit denen mein Sohn (11 Jahre) zu kämpfen hatte und die enorm den Lesefluss störten und zeitweise dann auch zur Frustration führten. Die Geschichte entpuppt sich dann letztendlich auch als Kinderkrimi, der zu wenig Spannung beinhaltet. Im Ganzen fehlt mir bei dem Kinderbuch der Humor und der Pep. Die Geschichte stimmt nachdenklich und passt ins heutige Zeitgeschehen. Sicherlich können die Kids einiges Lernen und mitnehmen, aber es fehlt mir der Spaß beim Lesen.

Fazit: Lehrreiches, nachdenklich stimmende Geschichte, die ins heutige Zeitgeschehen passt und das wichtige Thema der Flüchtlinge aufgreift und ohne zu Belehren die Vorurteile und Ausgrenzung schildert. Leider hat das Buch keinen Pep, keinen Witz und zu wenig Spannung. Es liest sich zu trocken und zäh und beinhaltet eine Menge unerklärter Fremdworte, die bei meinem Sohn zur Frustration führten. Eine eingeschränkte Leseempfehlung von mir!


Freitag, 10. Februar 2017

Die Farben meiner Seele


 
Die Biographie "Die Farben meiner Seele"  von Maren Gottschalk ist 224 Seiten lang und bei Beltz und Gelberg erschienen. Die Biographie ist in einer Hardcover- und Softcoverausgabe erhältlich.

Die Hardcoverausgabe hat eine sehr gute Qualität mit separaten Schutzumschlag. Die Leseseiten sind schön dick. Im Buch sind einige wunderschöne schwarz-weiß Fotos von Frida, sowie von ihren Gemälden enthalten. Allerdings stellen die Fotos nur ein Bruchteil ihrer Kunst dar und ich empfehle ein Kunstband mit ihren Werken zuzukaufen, damit man beim Lesen eine Übersicht hat um visuell auch alles zu erfassen.

Die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo (1907 – 1954) ist wohl eine der populärsten Künstlerinnen und ein echter Mythos. Sie erschuf ein umfangreiches Werk von Selbstportraits und darüber hinaus auch andere surealle Werke, die immer mit der Geschichte Mexikos in Verbindung stehen. Sie führte ein leidenschaftliches, schicksalhaftes Leben, in dem Freund und Leid ganz nah beieinander lagen. Nach außen hin in traditionelle, bunte Gewänder gehüllt, verbarg sie unter ihren Kleidern einen zerbrechlichen, schwer verletzten Körper und eine leidende Seele. Maren Gottschalk schreibt nicht nur über die Person Frida Kahlo, sondern schenkt auch einen Überblick über Fridas Werke.

Selten hab ich eine Biographie in meinen Händen gehalten, welche so voller Leidenschaft geschrieben wurde. Genau wie Fridas Leben scheint die Autorin in Flammen zu stehen bei jeder einzelnen Seite. Es ist schon eine Huldigung entstanden, an eine der außergewöhnlichsten Frauen. Die individuelle Künstlerin, die so voller Elan und Leid steckte, wird in allen Lebensabschnitten sachlich mit allen Informationen über ihr Leben und Werk von der Autorin widergegeben, aber mit solch einer Spannung, dass dieses Werk viel Freude, Wissen, Nähe und Inspiration schenkt. Wer eine großartige Übersicht über Kahlo sucht, dem liege ich dieses Werk ans Herz. Auch der Film Frida von 2002 ist wirklich sehr gelungen, jedoch kann die Schauspielerin den körperlichen und seelischen Schmerz, gerade in den letzten Jahren, der bis dahin drogenabhängigen Künstlerin nicht einfangen. In dieser Biographie können wir uns jedoch über Fridas Schicksal ein Bild machen sowohl von den guten, leidenschaftlichen, freien Zeiten bis hin zu den schlechten Zeiten mit körperlichen, sowie seelischen Schmerzen. Großartig!

Fazit: Leidenschaftlich geschriebene Biographie, die alle wichtigen Lebensabschnitte Kahlos abhandelt und spannend die Künstlerin und ihr Werk in Worten einfängt. Die Biographie ist mit Herzblut geschrieben und schenkt Wissen, Nähe und Inspiration. Eine geniale Übersicht!  Eine absolute Leseempfehlung!

Hinweis: Über Frida Kahlos Leben wurde 2002 auch der Film "Frida" veröffentlicht. Zur visuellen Intensivierung empfehle ich zur Biographie ein Bildband hinzuzukaufen.
 

Drachenreigen






"Drachenreigen" von Kai Meyer ist eine Ebook-Kurzgeschichte, welche bei Fischer-(Tor)-Verlag erschienen ist.

In der Nacht als sich die Drachen zum Reigen ihrer Paarung treffen und einen Tanz am Himmel vollführen, macht ein junges Pärchen zeitgleich seine ersten sanften Liebeserfahrungen auf der Erde.

Erstmals erschien die Geschichte 2007 unter dem Titel "Komm, schweb mit mir, mein Amethyst" in der Anthologie von Wolfgang Hohlbein "Flammenflügel-Fantastische Drachengeschichten". Die Kurzgeschichte wurde vom Autor neu überarbeitet.

Der Autor hat einen schönen flüssigen Schreibstil und er schafft es eine unglaublich zauberhafte Atmospähre aufzubauen. Romantisch und sanft nährt sich das junge Liebespaar an, während die Drachen am Himmel majestätisch ihre Kreise ziehen und den passenden Partner für die Paarung suchen. Kai Meyer schafft es sehr fantasievoll, sanft, berührend, atmosphärisch und tiefgehend den Leser zu fesseln und in die Welt der Drachen und der ersten Liebe zu entführen.

Fazit: Fantasievolle, sanfte, berührende, atmosphärische und tiefgehende Kurzgeschichte, die den  Leser fesselt und in die Welt der Drachen und der ersten Liebe entführt. Lesenswert!


Donnerstag, 9. Februar 2017

Die Krone der Sterne





Das Buch "Die Krone der Sterne" von Kai Meyer ist 464 Seiten lang und beim Fischerlag (Tor) erschienen.

Das Buch ist in einer mittelguten Softcoverqualität, wobei der Umschlag sehr dehnbar ist, damit keine Leserillen so schnell entstehen können, was mich sehr anspricht. Das goldene Cover auf mitternachtsblauem Hintergrund wirkt sehr edel.

Die Illustrationen am Anfang und Ende des Buches helfen den Leser auch visuell die komplexe Welt zu erfassen und sind wunderschön umgesetzt. Eine Art Landkarte wäre sicherlich noch sinnvoll gewesen zur Übersicht, aber die Illustrationen sind sehr passend und vervollständigen die Geschichte.


Das Reich Tiamande wird von einem Hexenorden beherrscht, an dessen Spitze die Gottkaiserin steht. Der Gottkaiserin schenkt man alle paar Jahre Mädchen und niemand weiss was mit diesen armen Geschöpfen passiert. Nun soll Iniza nach Tiamande gebracht werden. Ihr Geliebter Glanis versucht dies mit allen Mitteln zu verhindern. Es kommt jedoch alles anders als geplant und schon bald gehören zum Rettungstrupp auch noch Kopfgeldjäger Kranit und Alleshändlerin Shara Bitterstern. Dabei hat jeder für sich andere Intentionen. Kann die Truppe die Pläne der Hexen durchkreuzen?


Das Weltraumabenteuer von Kai Mayer ist sehr komplex, faszinierend und überwältigend. Man fühlt sich wie in den Schlachten berühmter Science-Fiction-Filme hineinversetzt. Leider ist die Hauptprotagonistin Iniza aber sehr unreif und naiv und ihr Geliebter kommt mir mehr als Schoßhund vor, als als gleichberechtigter Partner und Krieger. Das zieht sich leider komplett durch das Buch und hat mir nicht gefallen. Shara, Kranit und noch weitere Protagonisten die auftauchen haben wirklich sehr interessante Charaktereigenschafften und sind sympathisch, auch sehr individuell in ihrem Sein. Leider durchzieht sich das Buch völlig mit Flucht und Kampf. Die Kämpfe sind ohne Frage großartig und gerade für Science-Fiction-Fans absolut spannend und einfach nur episch. Aber wenn das Buch 460 Seiten lang immer von den selben Handlungen durchwoben ist und nur sehr vorhersehbare Wendungen zwischenzeitlich eintreten, dann ist man irgendwann einfach nur noch gelangweilt und frustriert. Ich wollte das Buch öfters als einmal abbrechen, dachte aber das ich irgendwann vielleicht doch noch mehr aus der Vergangenheit einiger Protagonisten erfahre und ihre Motivationen und Träume oder man sich auch einmal tiefergehend mit dem Hexenorden befasst. Leider war das nicht der Fall. Das Buch endet mit einem offenen Ende und lässt viele Fragen unbeantwortet. Für mich sieht es aus, als wäre Die Krone der Sterne ein Einführungsband, auf welches noch weitere Bände folgen werden. Aber mal Hand aufs Herz, benötigt man 460 Seiten zur reinen Einführung? Kai Meyers Schreibstil ist sehr schön und flüssig, weshalb ich es doch noch geschafft habe das Buch zu beenden. Ich finde an sich ist das komplette Universum mit seinen unterschiedlichen Protagonisten und den unterschiedlichen Handlungsfäden durchaus interessant und großartig, aber man hat es endlos überstrapaziert und die Story tot geschrieben. Wirklich schade, habe einfach mehr erwartet!



Fazit: Ein komplexes, umfangreiches Science-Fiction-Abenteuer mit Fantasyelementen. Das Buch endet offen und im kompletten Buch werden die Protagonisten nur oberflächlich angerissen. Es zieht sich 460 Seiten lang nur durch die Flucht und einige Kämpfe sowie vorhersehbare Wendungen. Sieht nach einem Einführungsband aus, welches durch die hohe Seitenzahl einfach totgeschrieben wurde. Nur der schöne, spannende Schreibstil und die Illustrationen sowie die Idee an sich können punkten. Bin leider sehr enttäuscht und empfehle das Buch eingeschränkt mit 3 Sternen. 

The long coloured road of Hel von Ramona Beinroth 2017